John Rawls und die Theorie der Gerechtigkeit

Autor: Otto Kovarik | 21.11.2014 o 17:34 | Karma článku: 0,00 | Prečítané:  324x

Modernes Zeitalter braucht zeitgenössische ethische Rahmenbedingungen. Finanzkrise von 2008 hat uns gezeigt, was die Habgier und Geldsucht verursachen können. Die Ethik der Bankiers wurde in die Frage gestellt. Mit Recht. Wo soll man aber anfangen? Wie sieht eine gerechte Gesellschaft aus? Auf welchen Prinzipien soll sie aufgebaut sein?

Beginnen wir unsere Gedanken mit dem berühmten Zitat aus Rawls wichtigsten Buch: Die Gerechtigkeit ist die erste Tugend der sozialer Institutionen, so wie die Wahrheit bei Gedankensystemen (Rawls, S. 19).

Die meisten Menschen – wenn nicht alle – haben keinen Gesellschaftsvertrag unterschrieben. Aber warum füllen wir uns verpflichtet dem Gesetz zu gehorchen? Wie können wir erkennen, ob der Staat mit der Zustimmung der Bürger regiert?

John Locke schreibt, wir hätten stillschweigend zugestimmt. Jeder, der die Vorteile der Gesellschaft genießt, sei es den nur die öffentliche Belichtung, oder ein Spaziergang durch den Stadtpark, ist schon in einem Vertrag mit dem Staat.

Diese stillschweigende Zustimmung war für den amerikanischen Philosoph John Rawls nicht plausibel genug. In seinem Werk Eine Theorie der Gerechtigkeit (1971) ist er dieser Frage nachgegangen.Mit einer falschen Theorie darf man sich nur dann zufrieden geben, wenn es keine bessere gibt; ganz ähnlich ist eine Ungerechtigkeit nur tragbar, wenn sie zur Vermeidung einer noch größeren Ungerechtigkeit notwendig ist. Als Haupttugenden für das menschliche handeln dulden Wahrheit und Gerechtigkeit keine Kompromisse (Rawls, S. 20). Er will eine Gesellschaft denken, wo die gemeinsame Vorstellung von Prinzipien der Gerechtigkeit einen gesellschaftlichen Bürgerfrieden schafft. Zu verschieden können nämlich die menschlichen Ziele sein und das Gegenteil von Frieden hervorrufen. Ein allgemeiner Gerechtigkeitssinn setzt der Verfolgung anderer Ziele Grenzen.

Rawls baut seine Theorie der Gerechtigkeit auf einem Gedankenexperiment. Nehmen wir an, wir versammeln uns um einen neuen Gesellschaftsvertrag niederzuschreiben. Welche Grundsätze würden wir beschließen? Die Einigung auf den Prinzipien ist wahrscheinlich eine Fiktion. Zu unterschiedliche Interessen, Sichten oder Erfahrungen wären sicher eine Hürde für einen Konsensus. Manche sind reich, manche arm. Manche gehören zur Minderheit, manche haben spezielle Bedürfnisse. Die versammelten Menschen wären unterschiedlich in Rasse, Religion oder sozialen Status. Wir würden uns nicht einigen und der Gesellschaftsvertrag wäre nicht unterzeichnet worden.

Das Gedankenexperiment muss also erweitert werden. Stellen wir uns vor, Rawls sagt, wir befinden uns in einem Urzustand hinter einem „Schleier des Nichtwissens“, welcher alsrein theoretische Situation aufgefasst wird. Zu den wesentlichen Eigenschaften dieser Situation gehört, dass niemand seine Stellung in der Gesellschaft kennt, seine Klasse oder seinen Status, ebenso wenig sein Los bei der Verteilung natürlicher Gaben wie Intelligenz oder Körperkraft (Rawls, S. 29).

Wir wissen nicht – wenn der Schleier hochgeht wie ein Vorhang in einem Theater – in welcher sozialen Situation wir enden würden. Nach dem der Schleier des Nichtwissens hinaufgeht, können wir unter den reichen oder armen enden. Wir können zu einer religiösen Minderheit gehören, oder wir könnten behindert sein – blind, lahm, taub. Wir können musikalisch oder sportlich begabt sein, wir können aber auch als durchschnittliche Bürger da stehen. Ja, hinter dem Schleier des Nichtwissens wissen wir sogar nicht einmal welches Geschlecht, Rasse, Ethnie, soziale Schicht wir annehmen werden. Wir wissen nichts außer, dass wir einen Gesellschaftsvertrag unterschreiben wollen.

Wäre das alles zugetroffen, könnten wir von einer Gleichheit ausgehen. Hinter dem Schleier des Nichtwissens sind wir alle in einem Urzustand der Gleichheit. Da niemand eine überlegene Position in Verhandlungen besäße, wären die Resultate auf denen wir uns einigen würden, gerecht sein.Den Urzustand könnte man den angemessenen Ausgangszustand nennen, und damit sind die in ihm getroffenen Grundvereinbarungen fair (Rawls, S. 29).

Welche Grundsätze hätten wir gewählt? Rawls zufolge würden wir uns nicht für den Utilitarismus entscheiden. Hinter dem Schleier des Nichtwissens wäre uns verborgen, wo wir in der Gesellschaft landen würden. Falls wir einer religiösen oder ethnischen Minderheit angehören würden, wäre es uns sicher nicht recht unterdrückt zu sein durch die Mehrheit. Wir wollen keine Diskriminierung oder Verfolgung erleben, die durch den utilitaristischen Gedanken des Gemeinewohls und des größten Glücks für die Mehrheit hätte entstanden können. Wir wollen persönliche Entfaltung, Rede- und Gedankenfreiheit für alle Bürger mit unserem Vertrag sicherstellen. Michael Sandel, der sich mit Rawls beschäftigt, schreibt dazu:Für soziale und ökonomische Vorteile würden wir unsere Grundrechte und Freiheiten nicht opfern (Sandel, S. 207).

Ebenso wenig würden wir uns nicht für den Libertarianismus entscheiden, der den Menschen das Recht zuschreibt das verdiente Geld zu behalten. Es könnte nützlich sein wenn ich als reich enden werde, aber unangenehm wenn ich zu dem armen Teil der Gesellschaft gehören werde. Es ist also besser sich auf dieses System nicht zu einigen.

Und was wäre mit der Ungleichheit? Welchen Grundsatz würden wir wählen in einem Urzustand hinter dem Schleier des Nichtwissens? Es könnte ja passieren, dass wir uns in dem armen Teil der Gesellschaft wiederfinden. Wir wären also bemüht einen Grundsatz zu wählen, der diese Möglichkeit (arm zu sein) bestmöglich minimiert. Aber nicht im Sinne einer Verteilung der Güter, des Kapitals oder Reichtums. Es könnte sich ja auch ereignen, dass ich mich in dem reichen Teil der Gesellschaft wiederfinde. Da wäre für mich wichtig einen Teil des Reichtums zu genießen.

Wir würden, meint Rawls, eine Ungleichheit zulassen. Diese Ungleichheit hätte aber gewisse Prinzipien oder Einschränkungen. Wir hätten nur solche soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten erlaubt, die zum Vorteil der ärmeren Mitgliedern der Gesellschaft wären.

Ich behaupte, dass die Menschen im Urzustand zwei (…) Grundsätze wählen würden: einmal die Gleichheit der Grundrechte und –pflichten; zum anderen den Grundsatz, dass soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten, etwa verschiedener Reichtum oder verschiedene Macht, nur dann gerecht sind, wenn sich aus ihnen Vorteile für jedermann ergeben, insbesondere für die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft (Rawls, S. 32).

Rawls Theorie lässt also Ungleichheiten zu. Er hat nichts gegen reiche Menschen wie Mark Zuckerberg, Bill Gates, Warren Buffett oder Königin Elisabeth, sofern sie ihr Reichtum ehrlich erworben haben. Vielmehr geht es ihm um die Frage, wie ist deren Reichtum in die Gesellschaft integriert, d.h. was kommt für die armen Menschen heraus. Rawls meint sehr viel. Wenn ihr Einkommen nicht widergesetzlich erschaffen wurde und es besteuert wird, dann hat ihr Reichtum wohl eine positive Wirkung für die Armen.Rawls Theorie will nicht bewerten, wie fair das Salär eines einzelnen Menschen ist; sie befasst sich vielmehr mit der Grundstruktur der Gesellschaft und der Art und Weise, in der sie Rechte und Pflichten, Einkommen und Wohlstand, Macht und Chancen vergibt (Sandel, S. 208).

Mit der progressiven Besteuerung, die hohe Einkommen stärker besteuert als niedrige, kann der Staat das soziale Netz aufbauen, Krankenhäuser bauen und Ausbildungssystem zu bezahlen. So aufgebaute Gesellschaft käme zu gute den Menschen hinter dem Schleier des Nichtwissens, die nachdem der Vorhang aufgezogen würde, arm enden würden.

Was für eine Gesellschaft würden wir also wollen? Rawls vergleicht mehrere Typen von Gesellschaften die in Frage kommen könnten:

  • Aristokratie und Kastengesellschaft. Aristokratien und Kastengesellschaften sind weit weg von der Gerechtigkeit. Die Verteilung von Macht, Kapital, Vermögen und Chancen sind abhängig von der Geburt eines Menschen. Er kann in die Aristokratie oder in die Knechtschaft geboren sein. Es hängt also mit reinem Zufall wer dem Adel gehört. Die Umstände der Geburt zu beeinflussen, liege aber offenkundig nicht in unserer Macht. Demnach sei es ungerecht, die Lebensaussichten von dieser willkürlichen Tatsache abhängig zu machen (Sandel, S. 210).
  • Marktgesellschaft. Marktgesellschaften beseitigen zu einem gewissen Maße die Ungleichheiten der Aristokratie und Kastengesellschaft, indem sie den Bürgern das Recht auf den sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg ermöglichen. Begabung und das Streben nach einem Ziel sind begrüßte Eigenschaften in einer Marktgesellschaft. Den Bürger ist eine Gleichheit vor dem Gesetz gesichert und die Verteilung von Vermögen ist vom freien Markt bestimmt. Gegenüber Feudal- und kastengesellschaften stellt es eine Verbesserung dar, weil es starre Hierarchien der Geburt verwirft. Von Gesetzes wegen ist es jedem erlaubt, sich zu bemühen und mit allen anderen in Wettbewerb zu treten (Sandel, S. 210). In der Realität ist die Marktgesellschaft aber alles andere als gerecht. Die Aufstiegsmöglichkeiten hängen eng mit dem sozialen Status. Einem reichen Kind stehen mehr Möglichkeiten zur Verfügung als einem armen. Wenn (…) Läufer von verschiedenen Positionen aus starten, ist das Rennen kaum fair (Sandel, S. 210).
  • Leistungsgesellschaft (Meritokratie). Eine Meritokratie versucht soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten auszugleichen. Sie geht über rein formale Chancengleichheit hinaus. Sie stellt zum Beispiel gleiche Bildungschancen für alle zur Verfügung. So sind die Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen besser auf einen Erfolg vorbereitet. Sie (die Meritokratie, Anm. O.K.) führt zum Beispiel Frühförderprogramme sowie Programme zu Kinderernährung und zur Gesundheitsfürsorge ein, Programme für Ausbildung und Berufspraxis. Kurz: Sie kümmert sich um alles, was erforderlich ist, um allen, ungeachtet der Klasse oder der familiären Hintergrundes, die gleiche Startposition zu verschaffen. (…) Nur wenn alle an derselben Startlinie beginnen, haben die Gewinner des Rennens ihre Belohnungen verdient (Sandel, S. 211). Nach Rawls ist aber auch die Meritokratie ungerecht. Denn wer gewinnt das Rennen, auch wenn alle auf der gleichen Startposition stehen? Die schnellsten Läufer, natürlich. Es ist aber nicht allein das eigene Verdienst, ein schneller Läufer zu sein. Es ist in gleicher Weise moralisch zufällig wie die Herkunft (Sandel, S. 211).
  • Unterschiedsprinzip. Man könnte meinen, die Antwort liege in einer nivelliender Gesellschaft, die die begabten Menschen benachteiligt, damit sie ihre Begabungen nicht entfalten können. Das ist aber nicht Rawls Antwort. Es ist nicht gerecht Menschen Steine in den Weg zu legen. Seine Alternative, die er das Unterschiedsprinzip nennt, korrigiert die ungleiche Verteilung von Talenten ohne die drastische Maßnahme die Talente zu behindern. Ermutige die Begabten, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und auszuüben, aber mit der Übereinkunft, dass die Belohnungen, die diese Talente auf den Märkten einfahren, der Gemeinschaft insgesamt gehören. Behindere die besten Läufer nicht; lasse sie laufen und ihr Bestes geben. Vereinbare aber vorher, dass die Gewinne nicht ihnen allein gehören, sondern mit denen geteilt werden sollten, denen ähnliche Gaben fehlen (Sandel, S. 214).

Wenn wir also alle distributiven Systeme vergleichen, sind die ersten drei mit willkürlichen Faktoren verbunden – sei es die Geburt, soziale oder wirtschaftliche Vorteile oder natürliche Begabungen und Fähigkeiten. Nur das Unterschiedsprinzip überschreitet diese willkürlichen Aspekte und gründet die Verteilung auf den möglichst meist gerechten Prinzip.

Nun sind aber zwei Einwände gegen Rawls Unterschiedsprinzip zu rechtfertigen. Der erste Einwand bezieht sich auf Anreize, der zweite auf Anstrengung.

Wie steht es mit den Anreizen wenn die Begabten nur unter der Bedingung von ihren Gaben profitieren können, wenn auch die am wenigsten Begabten einen Vorteil davon haben? Seit der bahnbrechenden Studie über menschliche Motivation von Abraham Maslow wissen wir, dass es einem natürlichen Bedürfnis entspricht, dass der Mensch sich „stufenweise“ zur Selbstverwirklichung entwickelt. Die Stufen ähneln den Stockwerken einer Pyramide. Die Stufen entsprechen den Bedürfnissen des Menschen und hängen von einander ab. Ein Mensch kann also keine Selbstverwirklichung anstreben, wenn sein Bedürfnis für Grund- und Sicherheitsbedürfnisse nicht saturiert sind. Mit Hunger im Magen und Angst in den Augen sind nur schwer große Werke und Taten zu erwarten. Auf das Unterschiedsprinzip zurückkommend heißt das, dass ein Einwand darin liegen könne, indem den Begabten das Bedürfnis weggenommen werde sich weiterzuentwickeln. Wenn die Steuer zum Beispiel zu hoch und die Lohnunterschiede zu niedrig sein wären, hätten dann die begabten Menschen die nötige Motivation sich anzustrengen zu studieren und sich zu verwirklichen?

Rawls Antwort darauf ist, dass der Unterschiedsprinzip seiner Theorie der Gerechtigkeit Einkommensunterschiede unter der Bedingung zulässt, dass die Anreize dazu dienen, um den weniger Begünstigten die Lage zu verbessern.Vorstandvorsitzenden mehr zu bezahlen oder die Besteuerung Wohlhabender zu verringern, um das Bruttoinlandsprodukt zu steigern, würde nicht genügen. Wenn die Anreize aber ein Wirtschaftswachstum erzeugen, das den Armen ein besseres Leben ermöglicht als bei einer egalitäreren Struktur, dann sin sie nach dem Unterschiedsprinzip erlaubt (Sandel, S. 216).

Der zweite Einwand gegen Rawls Theorie der Gerechtigkeit liegt in dem persönlichen Einsatz. Ist es nicht der Verdienst Niki Laudas, das seine Gaben ihn zum Weltmeistertitel in der Formel 1 führten? Oder war es nicht der persönliche Antrieb und Anstrengung von Dietrich Mateschitz, der den Red Bull zu einem ikonischen Getränk machte?

Rawls meint dazu, die Menschen sind für ihre natürlichen Gaben nicht selbst verantwortlich. Die Gaben sind willkürlich vergeben und niemand kann sie nur für sich selbst beanspruchen. Wir verdienen die Belohnung für unsere Anstrengung nicht. Es sind nämlich Faktoren im Spiel wie die Gesellschaft in der wir geboren wurden, die Familie die uns aufgezogen hat, unsere Persönlichkeit und unsere genetische Prädisposition. Sogar die Reihenfolge in der wir geboren wurden spielt eine große Rolle. Die Erstgeborenen haben grundsätzlich eine bessere Arbeitsmoral, verdienen in der Regel mehr Geld und sind erfolgreicher als ihre jüngeren Geschwister. Wenn also etwas so willkürliches wie die Reihenfolge der Geburt die Neigung zum Erfolg beeinflussen kann, dann kann unsere Anstrengung nicht als Grundlage moralisch gerechtfertigter Meriten sein.Die Verteilungsgerechtigkeit hat demnach nicht damit zu tun, dass wir nach unseren moralischen Verdiensten belohnt werden (Sandel, S. 219). Und Rawls dazu: Man hat seinen Platz in der Verteilung der natürlichen Gaben ebenso wenig verdient wie seine Ausgangsposition in der Gesellschaft. Ob man den überlegenen Charakter, der die Initiative zur Ausbildung der Fähigkeit mit sich bring, als Verdienst betrachten kann, ist ebenfalls fraglich; denn ein solcher Charakter häng in erheblichem Masse von glücklichen familiären und gesellschaftlichen Bedingungen in der Kindheit ab, die man sich nicht als Verdienst anrechnen kann. Der Begriff des Verdienstes ist hier nicht am Platze (Rawls, S. 125).

Das heißt aber nicht, dass die Menschen keinen Anspruch auf eine gerechte Belohnung hätten. Rawls sagt nur, dass es bei der Verteilungsgerechtigkeit nicht darum gehe, Vorzüge oder Verdienste zu belohnen. Denn die bevorzugten Eigenschaften und Talente hängen mit dem Angebot und Nachfrage und der Zeit in der wir leben. In der Toskana des Mittelalters waren die Freskenmaler sehr hoch geschätzt, im 21. Jahrhundert sind es die Computerspezialisten und Medienstars.Demnach haben wir zwar ein Recht auf die Leistungen, die die Spielregeln vorsehen, wenn wir unsere Talente ausüben. Es ist aber ein Fehler und eine Täuschung, anzunehmen, wir würden vor allem eine Gesellschaft verdienen, die genau jene Eigenschaften schätzt, die wir im Überfluss besitzen (Sandel, S. 224).

Und Rawls dazu:Die natürliche Verteilung (von Talenten, Anm. O.K.) ist weder gerecht noch ungerecht; es ist auch nicht ungerecht, dass die Menschen in eine bestimmte Position der Gesellschaft hineingeboren werden. Das sind einfach nur natürliche Tatsachen. Gerecht und ungerecht ist die Art, wie sich die Institutionen angesichts dieser Tatsachen verhalten (Rawls, S. 123).

Wir sind zum Schluss unserer Überlegungen über die Gerechtigkeit angelangt. Über sie nachzudenken und ihre Prinzipien zu definieren, bringt uns zur Essenz menschlicher Koexistenz. Seit jeher ist das Gerechte und Ungerechte eines der Inhalte von Erzählungen. Die Mythologie und Märchen sind voll von Kämpfen gegen das Böse. Auch die Geschichte liefert eine Menge von Beispielen der Gerechtigkeit sowie der Ungerechtigkeit. Es lohnt sich also über die Gerechtigkeit zu sprechen. So ist das Ende mit dem Anfang verbunden, denn:Die Gerechtigkeit ist die erste Tugend sozialer Institutionen, so wie die Wahrheit bei Gedankensystemen (Rawls, S. 19).

 

Quellen:

John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1990

Michael J. Sandel: Gerechtigkeit. Wie wir das Richtige tun. Berlin, Ullstein 2009

www.justiceharvard.org

www.wikipedia.org (Abraham Maslow)

Arno Anzenbacher: Einführung in die Ethik

Hans-Joachim Störig: Kleine Geschichte der Philosophie

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